Toskana im Herbst 2025

Mal wieder etwas Zeit in Italien verbringen und parallel Homeoffice aus dem Zweiten Home machen.

Tag 1

Am ersten Tag, Mittwoch 15.10., ging ich in die Bar in Ciciano und arbeitete von dort den Vormittag über, leider kein WLAN und Internet nur schlecht per Mobilfunk, aber irgendwie ging es schon. Konnte mir auch Strom abzapfen. Frühstück in Form von dolci e cappuci gab es auch.

Mittags dann bei Milena für ein paar Kleinigkeiten vorbeigeschaut und anschließend Peter besucht und einen Spaziergang zum Wasserdepot gemacht. Eine Art Kastanienplantage gefunden und einen schönen Blick rüber auf Chisudino gehabt. Dabei festgestellt, dass es direkt neben Chiusdino einen weiteren „Gipfel“ gibt, der sogar etwas höher als das Dorf selbst ist.

Viele Kastanien am Boden
Blick auf Chiusdino

Also dann mit dem Auto darüber gefahren und nach ein paar Sackgassen diesen anderen, höheren „Gipfel“ gefunden. Leider war dort aber alles Privatgelände und per Zaun abgesperrt, aber man hatte einen schönen Blick „von oben“ auf Chiusdino.

Im Dorf geblieben und mangels Alternative von einer Parkbank gearbeitet. Dann weiter nach San Galgano und im dortigen Cafe Internet und Strom gefunden. Hoch zur Kapelle aber da war schon alles zu also wieder runter und heim.

Blick auf San Galgano

Wetter ist prima und Vorhersage ebenfalls, abends wird es aber schnell kühl.

Tag 2

Den ganzen Tag in Meetings gehangen, erst am Nachmittag einen Spaziergang durch‘s Dorf gemacht und auch ein paar neue Ecken entdeckt.

Schilf?
Ein riesiger Steinbrocken in einer Hauswand
Wäsche, Wind und Sonne

Abends dann doch noch angefeuert weil 15°C zu unangenehm waren; wurde schnell warm.

Tag 3

Heute Mittag wurde ein großer Haufen Holz geliefert, den ich nach und nach zur Hälfte ins Haus brachte und die andere Hälfte draußen aufstapelte.

Der Haufen wurde anschließend noch abgedeckt

Danach noch in Monticiano auf den kleinen Markt gegangen und ein Käsebrötchen geholt.

Ansonsten noch das übliche Arbeiten am Küchentisch mit dem Notebook, abends auf dem iPad Netflix (Downloads) geguckt.

Tag 4

Endlich Wochenende! Ziemlich lange geschlafen und nach einem schnellen Frühstück Richtung Meer gebraust. Bei Torre Mozza geparkt, in die Badehose und dann mit allen Sachen im knietiefen Wasser auf die andere Seite der Bucht, nach Carbonifera gewatet.

Dort niedergelassen und eine schöne Runde im kalten Meer geschwommen, war herrlich! Da es dort auch eine Dusche gab, konnte ich mich frisch machen und hab dann zu Mittag gegessen.

Mehr oder weniger am Meer entlang dann Richtung Piombino gefahren und diese Stadt etwas besichtigt. Es war herrlicher Sonnenschein aber nicht heiß, eine tolle Mischung!

Piombino Leuchtturm und Elba im Hintergrund
Gäßchen in Piombino

Tag 5

Heute deutlich früher wach geworden und in der Ferne Motorräder gehört. Also nach dem Frühstück zum Chiusdino Morocross Park unterhalb des Dorfes gefahren. Was war dort für ein Trubel! Damit hatte ich nicht gerechnet, über 100 Camper oder Transporter und nochmal so viel PKWs und im Hintergrund ein permanentes Knattern der Enduros.

Kurz darauf ging ein echtes Rennen los und es war schon eine tolle Stimmung. Wer in Führung lag konnte ich schon nach 5 Minuten nicht mehr sagen, weil sich das Feld über die gesamte Strecke zu verteilen schien; gewonnen hat Nummer 5 🤷‍♂️ (neongelber Helm).

Anschließen wurde mit schwerem Gerät die Strecke wieder hergerichtet.

Danach in Chiusdino in der Bar Bellavista einen prima WLAN Platz gefunden und etwas zu Mittag gegessen.

Heute ist außerdem ein Kastanienfest in Montieri. Es gab ein paar Marktstände und eine Bar am Parkplatz und ein großes Feuer auf dem Maronen geröstet wurden.

Hab mir dann gleich mal eine Tüte geholt und bin durch das Dorf spaziert bis ganz nach oben.

Um 15 Uhr kam noch eine Band auf den Marktlatz und so eine Art Mittelalterrock mit Dudelsack gespielt, war ganz witzig. Anschließend wieder heim.

Tag 6

So, Wochenende vorbei und noch den letzten sonnigen Tag zum Wäschewaschen und -aufhängen genutzt; wurde auch alles trocken am selben Tag. War heute recht kalt, so dass ich tagsüber auch einheizte.

Am späten Nachmittag in Palazetto etwas Käse gekauft und kurz hinter San Galgano einen verlassene Bauernhofruine besichtigt. Graffiti und ein paar alte Möbelstücke zeugten davon, dass auch andere Leute hier schon öfter vorbeikamen.

Ein Sessel in der Landschaft
So sieht das Google Maps Satellitenbild zum Hof aus

Tag 7

Heute viel Regen und Nebel, das Dorf war quasi nicht mehr zu sehen.

Am Nachmittag klarte es auf und ich machte mich wieder auf in den Wald zur Kastanienplantage und sammelte zwei Jackentaschen voll, insgesamt 2.7kg!

Tag 8

Heute war es wieder regnerisch, nur zur Mittagspause klarte es kurz auf.

In Chiusdino nicht so richtig was zum Mittagessen bekommen, also selber gezaubert.
Ein Türknauf in Chiusdino

Am späten Nachmittag fuhr ich durch einen schönen Regenbogen zum Einkaufen.

Auf dem Weg nach Monticiano

Tag 9

Heute starkes Unwetter, das keine Lust auf draußen-sein machte.

Am Abend wurde es etwas besser und ich besuchte die Freunde in Podere Bosco.

Natürlich mit Tiramisu

Tag 10

Heute früh gleich nach Podere Bosco gegangen und von dort gearbeitet. Am Nachmittag bei der Olivenernte geholfen.

Abends auch dort gegessen zusammen mit ein paar Freiwilligen und es gab auch Kastanien vom Feuer.

Tag 11

Endlich wieder Wochenende. Bis mittags in der Bude aufgeräumt und auch draußen etwas gewurschtelt und dann gegen 14:30 nach Bosco und bis abends wieder bei der Ernte geholfen und Abendgegessen.

Tag 12

Heute recht früh los und mit den Damen & Leuten von Bosco nach Radicondoli gefahren, weil ich bei einem „Olivenspaziergang für den Frieden“ mitgemacht hab. Es war dann eher eine geführte Wanderung von ca. 5,3km über zweieinhalb Stunden rund um den Berg von Radicondoli herum und sehr nett.

Sehr schöner Ausblick; in der Ferne sieht man die Geothermiequellen
Suchbild mit Hund
Der Guide erklärt immer mal wieder etwas

Nach der Wanderung teilte sich unsere Gruppe auf und ich machte mit den beiden Amis und dem Franzosen etwas Sightseeing. Zunächst ging es nach Casole d‘Elsa.

Riesiger Stuhl am Rathaus

Danach ging es weiter zu Buekke, da der Eisladen aber noch Mittagspause hat, machten wir einen Umweg durch die Altstadt von Colle val d‘Elsa.

Alte Stadtmauer mit Tor

Nach dem Eis hab ich ihnen auch noch San Galgano gezeigt, wo wir einen schönen Sonnenuntergang beobachteten.

Abends noch mit Erika, Milena, Alessia, Maria, Marinella zum Pizzaessen in Prata gewesen.

Tag 13

Heute wieder arbeiten und am Nachmittag nach Bosco gefahren und beim Verladen der Olivenkisten geholfen. Dann mit Mila zur Presse in der Nähe von Radicondoli gefahren. Insgesamt hatten wir 550kg Oliven gesammelt und das ergab 56 Liter Olivenöl. Diese ca. 10% sind dieses Jahr wohl normal-bis-gut, in anderen Jahren waren es aber auch gerne mal 18%. Update: die nächste Fuhre Oliven wurden bei einer anderen Presse gemacht und dort wurden 14% rausgeholt, das ist schon ein Unterschied!

Zwei solcher riesigen Kisten konnten wir befüllen
Die Maschinenhalle
Das fertige Öl

Tag 14

Zwei Wochen hier, kommt mir länger aber irgendwie auch kürzer vor… 🤷‍♂️

Nach der Arbeit musste ich was einkaufen, diesmal aber zum (ziemlich kleinen) Supermarkt nach Montieri. Vorher fuhr ich oberhalb der Stadt zu einer Art Picknickplatz / Dorffest Location und wanderte von dort auf den Poggio Montieri. Das ist mit etwas über 1000hm die höchste Erhebung in der Umgebung. Daher stehen dort auch diverse Telekommunikationsmasten und zu diesen führt sogar eine geteerte Straße (aber nur für Techniker freigegeben).

Ausblick auf Ciciano
Kreuz von Montieri

Tag 15

Am Mittwoch fuhr ich vormittags nach Siena wegen des Termins mit dem Anwalt am Nachmittag. Es war Markt und mal wieder nett zu sehen und ein paar neue Ecken der Stadt zu erlaufen.

Gut besuchter Markt
Mit Eis von Grom auf dem Campo niedergelassen
Ein altes Tor mit eingebauter Tür (allerdings nur schulterhoch)
Diese „Stabilitätsbrücken“ find ich immer schön

Tag 16

Es war wieder regnerisch-nebelig am Morgen und tagsüber, so dass ich kaum das Haus verließ. Nur abends nach Bosco (ich brachte Poliferone als Nachtisch mit); es war der letzte Abend mit einigen der Freiwilligen.

Da hinten/oben im Nebel ist Ciciano

Tag 17

Zur Mittagszeit nochmal einen verlassenen Hof erkundet, wieder in der Nähe der Feccia.

Außerdem bei einem (mir) neuen Werkzeugladen ein paar Kleinigkeiten besorgt, u.a. ein Handbeil zum Spalten der Holzkeile um Anzündholz zu haben.

Stein als Unterlage ist nicht gut 😕

Tag 18

Heute bis mittags Monikas Häuschen geputzt (mit Hilfe von Erika), da am Nachmittag die Familie aus München kam, ich zog dann um nach Bosco. Hab sie mit einem großen Essen empfangen.

Tag 19

Life hack: gleich zwei Cappuccino zum Frühstück bestellen 😄

Wetter war sehr angenehm, so konnte ich wortwörtlich die Beine hochlegen.

Am Nachmittag dann nochmal einen Spaziergang zum Wasserdepot gemacht und abends mit den Münchenern in Monikas Haus gegessen.

Tag 20

Gegen Mittag kamen die Münchener zu Bosco rüber und Isabella zeigte den gesamten Hof inkl. Garten und Tiere. Wir gingen auch zu den Eseln runter.

Nach einem späten Mittagessen mit den Münchenern bei Monikas Haus auf der Terrasse, fuhr ich ein paar Snacks für die Reise morgen kaufen und half dann auf Bosco wieder mit dem Aufräumen.

Tag 21

Drei Wochen sind um, ich fuhr früh morgens wieder nach Bologna und flog via Wien nach Hause.

Morgenstimmung